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Geschichtsstunde: So wurde das T-Shirt zum Evergreen im Kleiderschrank



Bald ist es wieder soweit: Am 21. Juni findet der internationale T-Shirt-Tag statt. Grund genug, sich einmal näher mit dem beliebten Kleidungsstück zu beschäftigen. Wir haben für Sie die Geschichte des T-Shirts recherchiert und sind dabei auf viele interessante und amüsante Fakten gestoßen. Lassen Sie sich überraschen!

Die Anfänge: Wer hat’s zuerst getragen?

Streng betrachtet haben schon die alten Ägypter T-Shirt-artige Oberbekleidung getragen: auf Darstellungen sind sie häufig mit halbärmligen weißen Oberteilen abgebildet.

Aegypter-mit-kurzaermeligen-Hemden

Schon in den frühen Hochkulturen trug man Oberteile mit kurzen Ärmeln. Mit den heutigen T-Shirts hatte das freilich noch wenig zu tun.

Doch der eigentliche Vorgänger unseres heutigen T-Shirts hatte im 19. Jahrhundert seinen Ursprung. Sowohl Engländer als auch Amerikaner wollen sich als die Väter des T-Shirts sehen.

Mehr Mythos als Fakt scheint die Version zu sein, der zufolge englische Butler beim Servieren des High Tea kurze Ärmel tragen durften – um unschöne Teeflecken auf ihren Hemdsärmeln zu vermeiden. Das klingt zwar vernünftig, doch ob der britische Adel vom Anblick behaarter Butler-Arme wirklich amused gewesen wäre?

Besser belegen lässt sich hingegen, dass englische Matrosen im ausgehenden 19. Jahrhundert Wollunterhemden mit kurzen Ärmeln unter ihren Matrosenblusen tragen mussten: So wurden hervorquellende Brustbehaarung und Tätowierungen unter Verdeck gehalten.

Auch die US Navy führte während des Spanisch-Amerikanischen Kriegs 1898 kurzärmelige Hemden ein: Diese hatten einen Rundhalsausschnitt, die hemd-typische Knopfleiste fehlte. Die Matrosen trugen diese T-Shirts zunächst als Unterbekleidung, später jedoch auch ohne Uniformjacke. Der Nachteil war, dass diese Unterhemden aus kratzender Wolle bestanden. Erst die Einführung von Hemdchen aus leichter Baumwolle sorgte für mehr Bequemlichkeit bei den Soldaten.

Marinesoldaten-mit-T-Shirt

Die ersten T-Shirt-Träger: amerikanische und englische Marinesoldaten.

Bis heute werden T-Shirts vorwiegend aus Baumwolle hergestellt, da dieses Material sehr angenehm zu tragen ist – selbst wenn man darin schwitzt. Mehr Infos rund um Natur- und Chemiefasern finden Sie übrigens in unserem Beitrag zur Textilkunde.

1920-1940: Das T-Shirt auf Siegeszug in Amerika

Nachdem das Kleidungsstück sich bei der Marine etabliert hatte, fand sich bald ein Name dafür: Die charakteristische T-Form des Hemdchens machte es zum „T-Shirt“.

Der amerikanische Schriftsteller F. Scott Fitzgerald war der erste, der das Wort „T-Shirt“ niederschrieb: In seinem 1920 erschienenen Debütroman „Diesseits vom Paradies“ befindet es sich neben Unterwäsche, Pullover und Mantel im Koffer seines jugendlichen Protagonisten Amory.

Autor-Fitzgerald

F. Scott Fitzgerald ist bekannt dafür, viele Ausdrücke der englischen Sprache zum ersten Mal verwendet zu haben.

Etwa zur selben Zeit fand das „T-Shirt“ auch seinen Weg ins Wörterbuch, genauer das Merriam Webster Dictionary. In den deutschen Rechtschreibduden wurde es dagegen erst im Jahr 1980 aufgenommen.

1939 wurde zum ersten Mal ein T-Shirt mit aufgedrucktem Motiv zu Werbezwecken verwendet: es bewarb den Film „Der Zauberer von Oz“.

Richtig populär wurden bedruckte T-Shirts im Zweiten Weltkrieg, als das LIFE-Magazin 1942 einen Soldaten im T-Shirt mit dem aufgedruckten Logo der Army Air Corps Gunnery School auf seinem Cover präsentierte.

Mit bedruckten T-Shirts setzen Sie auch heute Zeichen:

zwei bedruckte T-Shirts aus dem Bigtex-Sortiment

Blaues Vintage T-Shirt von Kitaro

T-Shirt von Redfield mit buntem Aufdruck

1950-1970: Zwischen Rebellion und Marketing

Das schlichte weiße T-Shirt trat in den 1950er Jahren seinen Siegeszug an: Marlon Brando trug es 1951 im Film „Endstation Sehnsucht“, James Dean tat es ihm vier Jahre später in „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ nach. Zwei gutaussehende und rebellische Filmhelden im enganliegenden weißen T-Shirt – da waren nicht nur die weiblichen Filmfans beeindruckt. Das (weiße) T-Shirt galt nun als Symbol der rebellischen Jugendkultur.

Dean-und-Brando

Ikonen der Jugend: James Dean und Marlon Brando sahen im T-Shirt verdammt cool aus.

Weiße T-Shirts sollte auch im Jahr 2016 jeder Mann im Kleiderschrank haben. Ob zur Jeans oder unters Hemd – das schlichte weiße Shirt ist immer eine gute Wahl:

weißes T-Shirt im Doppelpack

Weißes Replika T-Shirt im Doppelpack

Mit bedruckten T-Shirts können Sie an die Helden der Sechziger Jahre erinnern. Der Country-Rebell Johnny Cash und die kürzlich verstorbene Boxlegende Muhammad Ali leben auf T-Shirts weiter:

T-Shirts mit Druckmotiv Muhammad Ali und Johnny Cash

 Schwarzen T-Shirt von Replika mit Muhammad-Ali-Motiven

Grau meliertes T-Shirt von Replika mit Johnny-Cash-Aufruck

In den 1960ern gewann das T-förmige Oberteil auch in Europa immer mehr Freunde. Doch vor allem in den USA entwickelte es sich weiter und veränderte immer wieder sein Erscheinungsbild: Batik-T-Shirts waren zumal in der aufkommenden Hippie-Bewegung der letzte Schrei.

Hippie-mit-gebatiktem-T-Shirt

Aus der Hippie-Kultur nicht wegzudenken: Farbenfrohe Batik-T-Shirts.

Bedruckte Shirts wurden vermehrt als Zeichen von Protest, in Wahlkämpfen und zu Werbewecken eingesetzt. Möglich machte das unter anderem der Kunststoff Plastisol, mit dem sich detailliertere und strapazierfähigere T-Shirt-Aufdrucke fertigen ließen.

Die 1970er waren schließlich das Geburtsjahrzehnt zahlreicher legendärer Motive, die bis heute auf T-Shirts gedruckt werden, von der Mickey Mouse bis zum Bandlogo der Rolling-Stones.

Dunkelblaues T-Shirt mit Rolling-Stones-Logo

1977 beauftragte die Stadt New York im Zuge einer Werbekampagne den Grafikdesigner Milton Glaser, ein Logo zu entwerfen. So entstand das weltberühmte „I (Heart) New York“-Logo. Es gehört zu den am meisten imitierten T-Shirt-Designs. Milton Glaser bekam für seinen Entwurf jedoch gerade mal 2000 Dollar.

I-love-New-York-Logo

Milton Glasers weltberühmtes Logodesign.

1980er bis heute

Bis in die Siebziger Jahre war das T-Shirt mehr Kunstobjekt und Werbeträger denn alltagstaugliches Kleidungsstück gewesen. Das änderte sich in den 1980ern deutlich: nun zog das kurzärmelige, praktische Oberteil in die Kleiderschränke der Massen ein. Spätestens mit der Serie Miami Vice, in der Held James „Sonny“ Crockett ein T-Shirt unter seinem Armani Anzug trug, wurde das T-Shirt richtig modisch.

Sie können den Miami-Vice-Stil übrigens ganz einfach selbst imitieren, indem Sie ein einfarbiges Shirt unter Ihrem Sommeranzug tragen. Die Farbtöne von damals sind heute wieder angesagt:

T-Shirts in Rosa und Türkis, typischen Farben der Achtziger Jahre

T-Shirt von Redfield in Rosé

Camel-Active-Shirt türkis mit Knopfleiste

1990 brachte schließlich das Hard Rock Café sein T-Shirt-Design heraus, das neben dem Logo des Restaurants auch den Namen der Stadt abbildet, in der sich die jeweilige Filiale befindet. Das Sammeln dieser T-Shirts wurde schnell zum Kult, und für viele Touristen ist eine Städtereise ohne Besuch des Hard Rock Cafés samt T-Shirt-Erwerb undenkbar.

Logo-Hard-Rock-Cafe

Waren Sie auch schon mal im Hard Rock Cafe und haben ein T-Shirt als Souvenir gekauft?

T-Shirt heute: Mit jährlicher Geburtstagsfeier

Seit 2008 gibt es auch einen internationalen T-Shirt-Tag. Dieser fällt auf den 21. Juni – gar nicht mehr lang also! Wenn Sie begeisterter T-Shirt-Träger sind, dann markieren Sie sich diesen Tag am besten rot im Kalender und ziehen unbedingt Ihr Lieblings-T-Shirt an. Und wenn Sie sich zur Feier des Tages ein neues T-Shirt gönnen wollen, schauen Sie sich doch bei uns um!

 

Bilder:

Beitragsbild: © Wikimedia Commons; Bild 1: (Ägypter) © iStock/ VvoeVale, (Streitwagen) Abzt via Wikimedia Commons ; Bild 2: Wikimedia Commons; Bild 3: (Original Buchcover)Wikimedia Commons; (Fitzgerald) Carl Van Vechten via Wikimedia Common ; Bild 4, 6, 9: Bigtex.de; Bild 5: (Marlon Brando): Trailer Screenshot (A Streetcar Named Desire trailer), via Wikimedia Commons, (Dean) Wikimedia Commons; Bild 7: (Hippie): © iStock/ &#169 Scott Griessel; Bild 8: Milton Glaser via Wikimedia Commons; Bild 10: © iStock/ onfilm.