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Warum Übergrößen meist mehr kosten als Normalgrößen



Wer große Größen kauft, zahlt meist mehr – und empfindet das natürlich zunächst als ungerecht. Werfen Sie aber einen Blick auf Produktion, Lagerung und Versand, wird schnell klar, dass Übergrößen sogar meist teurer sein müssen. Wir erklären Ihnen, warum.


Kleidung in Übergröße ist meist teurer

Schon des Öfteren wurden wir von unseren Kunden gefragt, warum sie für große Größen mehr zahlen müssen als für normale Kleidungsgrößen. Oliver Koppitz, COO bei bigtex.de, ist seit über 20 Jahren im Textilhandel und der Textilproduktion tätig und hat in seiner Laufbahn schon mehrere Produktionsstätten in Europa und Fernost bereist.

Oliver Koppitz von Bigtex

Oliver Koppitz von Bigtex

Mit seiner langjährigen Erfahrung nimmt er sich der Frage an und erklärt Ihnen, woher der Aufpreis für Übergrößen kommt. Denn es sind verschiedene Aspekte, die die Kosten beeinflussen: Lesen Sie, welche.

Mehr Material kostet mehr Geld

Das klingt auf den ersten Blick sinnvoll. Bedenken Sie aber zudem, dass in den meisten Produktionsländern der Materialeinsatz einen größeren Teil des finalen Preises ausmacht, bekommt die Aussage eine viel stärkere Gewichtung und es wird schnell klar, warum mit zunehmender Kleidergröße auch der Modepreis steigt.

Ein Gewichts- und Preisvergleich

Um Ihnen den Vergleich zu verdeutlichen, haben wir das Gewicht eines T-Shirt-Doppelpacks in XXL und 8XL verglichen. Das Ergebnis: Das XXL-Pack wiegt 460 Gramm, während das 8XL-Pack 650 Gramm wiegt, also fast 200 Gramm mehr.

Das bedeutet, dass für die Produktion eines 8XL-Shirts der Fabrikant schon rund 40% mehr Material einsetzen muss. Bei einem fiktiven Preis von 6 € für ein XXL-Doppelpack, wären das für ein 8XL-Doppelpack schon gute 2 € mehr an Material.

T-Shirt XXL und 8XL im Gewicht-Vergleich

T-Shirt-Doppelpack XXL und 8XL im Vergleich: das letztere wiegt knapp 200 Gramm mehr.

 

Mehr Material bedeutet meist mehr Verschnitt

Die Rohware, die in der Produktion für das Schneiden der einzelnen T-Shirt-Bestandteile eingesetzt wird, gibt es gewöhnlich in Standardgrößen, welche wiederrum auf Normalgrößen optimiert sind.

Teilen Sie nun den Größenlauf von XXL bis 8XL auf diese Stoffbahnen ein, so ergibt sich im Vergleich zu den Normalgrößen ein relativ großer Anteil an Verschnitt. Dieser Verschnitt ist Abfall, muss aber natürlich in den Wareneinsatz eingerechnet werden.

Natürlich werden auch Bahnen gestrickt, die der Breite von Übergrößen entsprechen. Aufgrund der geringen Produktionsmenge kompensiert der höhere Preis der Produktion jedoch die Kosten des Verschnitts und der Einsatz lohnt sich nicht.

Weitere Beispiele, die den Preis steigern

Wir wollen Ihnen anhand einiger weitere Materialbeispiele verdeutlichen, welche Aspekte außerdem den Preis steigern können.

  • Für die Produktion einer Jacke müssen beispielweise Kleinstmengen an Reißverschlüssen mit Überlänge produziert werden – welche dann wiederrum deutlich teurer als der Standard sind.
  • In einigen Fällen muss für bedruckten Artikel in den größten Größen ein extra Sieb für die Druckmaschine erstellt werden. Normalgrößen hingegen können alle mit einem Sieb gedruckt werden.
  • Aus der Haut eines Rindes können nur ganz wenige lange Gürtel diagonal über die gesamte Fläche geschnitten werden – und dabei entsteht viel Schnittverlust.

Die Produktion ist aufwändiger

Textilien werden in aufeinanderfolgenden Produktionsschritten als fließender Prozess gefertigt. Das bedeutet am Beispiel eines T-Shirts, dass der erste Näher den ersten Arm am Shirt-Vorderteil annäht, während der zweite Näher den zweien Arm ergänzt. In den weiteren Schritten werden dann Etiketten, Labels, Nackenbänder etc. eingenäht. Geübte Näher verdienen in den Produktionsstätten gutes Geld, wenn sie schnell und sauber nähen.

Näher bei der Produktion von Kleidung

Textilien werden von geübten Nähern in aufeinanderfolgenden Produktionsschritten gefertigt.

 

Längere Nähte beanspruchen mehr Zeit

Aufgrund längerer Seitenlängen und breiterer Schultern ist aber selbst der beste Näher langsamer, denn die Nähte sind einfach länger. Außerdem näht eine Produktion weit über 90% der Artikel in den Normalgrößen S bis XL. Den Nähern fehlt entsprechend die Routine für die langen Strecken der Nähte und das Schneidern dauert länger.

Mit der Nachfrage sinkt der Preis

So lautet eine einfache Grundregel des Marketings. Da Übergrößen in deutlich geringeren Mengen als Normalgrößen produziert werden, ist der Preis entsprechend teurer. Die bereits erwähnten Material- und Maschinenkosten können kaum gedrückt werden und die Optimierung für die reine Produktion von Übergrößen lohnt sich nicht.

Verpackung, Lager und Logistik

Auch in diesem Bereich darf nicht unterschätzt werden, dass sich durch Übergrößen ein Mehraufwand ergibt. Das Falten dauert länger.

In der schlussendlichen Verpackung ist es ähnlich wie in der Produktion: Normalgrößen werden aus der Routine heraus von geübten Personen gefaltet und verpackt. Für Übergrößen in 8XL wird daher deutlich mehr Zeit beansprucht.

Höhere Verpackungs- und Transportkosten

Aufgrund des größeren Volumens müssen für die kleineren Mengen an Übergrößen extra Polyestertüten produziert und auch das zusätzliche Material bezahlt werden.

Werden die T-Shirts in die Transportverpackungen gebracht, passen knapp 40 T-Shirts in 8XL in einen Karton, in XXL jedoch gut 50 T-Shirts. Entsprechend müssen mehr Kartonagen eingesetzt werden und der anschließende Transport ist teurer.

 

Bigtex Lager

Kleidung in Übergrößen benötigt mehr Lagerfläche – und demensprechend höhere Mietkosten.

 

Mehr Lagerfläche

Ein weiter Punkt: Die Lagerfläche. Denn auch in unserem Versandlager merken wir das größere Volumen der Kleidungsstücke. Deutlich wurde uns dieser Aspekt wieder bei der Gestaltung des Hängelagers. Verglichen mit einem Standardlager konnten wir in Übergrößen nur 85% einer vergleichbaren Menge an Normalgrößen einlagern.

Die Summe macht den Preis

Addieren Sie nun die oben genannten Werte, so kommen Sie in der Kette von Materialkosten, über Produktionsaspekte bis hin zu Lagerung und Versand auf weit mehr als 40 % der Mehrkosten gegenüber dem Materialpreis.

Wie wirkt sich die Preissteigerung bei bigtex.de aus?

Die normale Größe 52 einer Hose Peter der Firma Pionier kostet laut UVP 69.95 €. Die größte Größe 85 bei bigtex.de kostet 74.95 € - das sind gerademal 7% mehr. Das Beispiel zeigt demnach, dass Übergrößen gar nicht immer so viel teurer sind, wie sie sein könnten. Natürlichen haben wir bei bigtex.de für unsere Kunden verhandelt und geben diesen Vorteil auch weiter.

Und um auf das oben zitierte Doppelpack von Kitaro zu kommen: die UVP für die Größen S bis XL liegt bei 17.95 €, der Doppelpack in den Größen XXL bis 8XL kostet bei uns aktuell 22.95 €. Auch hier liegen wir deutlich unter den errechneten 40% Mehraufwand.

Natürlich gibt es auch Artikel, bei denen Preissteigerungen von bis zu 40% vorhanden sind. Nach Betrachtung des Mehraufwands ist dieser Preis jedoch durchaus nachvollziehbar.

Wir setzen auf Qualität

Entgegenwirken könnte man diesem Thema mit dem Einsatz geringwertiger Ware – das entspricht aber nicht unserer Philosophie. Im Gegenteil: Wir verfolgen den Ansatz „überzeugende Ware mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis“, denn wenn Sie schon mehr für einen Artikel bezahlten, dann sollten Sie auch möglichst lange etwas davon haben.  Überzeugen Sie sich am besten selbst von den Angeboten in unserem Shop.

Bilder:
Titelbild: © iStock/alfexe; Bild Näherinnen: ©iStock/michaeljung; Andere Bilder: © Bigtex

Christian 2016-11-04 10:28:34
Tschuldigung richtiger Kommentar, falscher Adressat. - Ich dachte ich wäre noch auf der Otto-Seite :-)
Christian 2016-11-04 10:22:10
Bekomme ich dann bei den nächsten Tarifverhandlungen dann auch mehr Geld, weil ich über 1.90 bin? Sollte ich demnächst Geld dafür verlangen, wenn ich jemandem etwas aus dem obersten Supermarktregal herunter reiche? Schließlich kostet es mich ja auch Geld groß zu sein. Dann möchte ich Eure Gesichter mal sehen. Wenn Ihr an mir als Kunde nicht intreessiert seid, - Pech für Euch!