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8 Tipps, wie Wund- und Druckstellen vermieden werden



Druckstellen entstehen meistens an den Oberschenkel-Innenseiten oder an den Füßen. Auch können Wundstellen unter den Armen und hin und wieder sogar an den Unterschenkeln entstehen. Je nach Bewegungsart, –dauer und -intensität können sich Hautstellen leicht aufscheuern bis hin zu einem Aufreißen der Haut, was den Alltag maßgeblich beeinträchtigen kann. Wir haben 8 Tipps für Sie, um belastenden Wund- und Druckstellen vorzubeugen und wieder loszuwerden.

Warum wir uns „einen Wolf laufen“

Die Antwort ist ganz einfach: Wenn Feuchtigkeit, Reibung und Druck zusammenwirken. Die Haut ist ein sehr sensibles Organ und dieses will gut behandelt werden. Wenn wir uns zwischen den Beinen an den Oberschenkel-Innenseiten wundreiben, nennt man dies umgangssprachlich „einen Wolf laufen“. Dabei wird die Haut meist gescheuert, verfärbt sich leicht rötlich und im schlimmsten Fall kann sie sich stark entzünden. Bei Menschen, die sich kaum bewegen können Wund- und Druckstellen bereits nach wenigen Stunden in gleicher Position im Sitzen oder Liegen entstehen. Ebenso sind aber beispielsweise auch Ausdauersportler vor das Problem wunder Haut gestellt.

Bei langem Nicht-Bewegen, einer Gewebeschwäche oder andauernder Belastung für die Haut können sich die wunden Stellen enorm entzünden, dies kann von einer leichten Rötung bis zu einer sogenannten Nekrose, also dem wirklichen Absterben von Gewebe mit dunkler bis schwarzer Verfärbung, reichen (Quelle). Bei Menschen mit Übergewicht oder Marathonläufern entstehen Wundstellen hauptsächlich durch die Reibung von Haut auf Haut, so dass die Probleme meist bei hoher Bewegungsintensität, gerade beim Sport oder Spazieren, auftreten. Im Sommer ist der durch Hitze versursachte Schweiß auf der Haut ein zusätzlicher Risikofaktor für entzündete Stellen unter Achseln, an Oberschenkeln oder an der Brust.

entzündete Haut

Stadien entzündeter Haut. Quelle: http://www.der-querschnitt.de/archive/789; Bildquelle: ©iStock.com/ttsz

  1. Gesunde Haut
  2. Aufgescheuerte, wunde Haut: Die Epidermis ist betroffen
  3. Teilzerstörung der Haut: Die Epidermis und die Dermis sind betroffen
  4. Zerstörung und Verlust aller Hautschichten, Nekrose
  5. Vollständiger Haut- und Gewebeverlust, Nekrose

Tipps und Tricks für die Haut

Da jeder von uns, egal ob beim Sport, Spazieren gehen oder beim Arbeiten, Entzündungen an Schenkeln, Fußflächen und anderen Hautstellen vermeiden möchte, gibt es ein paar hilfreiche Tipps und vorbeugende Tricks für die Hautpflege und Hautschonung:

1.Die richtige Passform

Nicht immer sind Unterhemden, -hosen oder Hautbehandlungen nötig, um wunde Stellen zu verhindern. Ein großer und oftmals schwieriger Schritt ist der Kauf von Kleidung in der passenden Größe. Dabei erleichtern gut sitzende Kleider den Alltag, wenn man seine Maße kennt und auch dementsprechend einkaufen kann. Daher haben wir bei jedem unserer Produkte eine Tabelle hinzugefügt, die Passschwierigkeiten bei der Anprobe verhindern soll.

Beim Kauf von Hemden in Übergröße sollte beachtet werden, dass bei Hemden die Rumpflänge verlängert ist und so das Herausrutschen aus der Hose bei Bewegung oder Sitzen verhindert wird. Bei Hosen ist es hilfreich auf Kleidungsstücke mit einem hohen Stretch-Anteil zurückzugreifen, die besonders in Längs – und Querrichtung elastisch sind. Komfortable Passformen und ein gutes Gefühl beim Tragen werden auch durch Hosen mit einem Konvexschnitt erreicht, da diese Hosen vorne kürzer geschnitten sind als hinten, wodurch eine niedrigere Leibhöhe entsteht. Zu kleine und somit meist zu enge Kleidung führt nicht nur dazu, dass man sich nicht wohlfühlt, sondern kann sich auch verstärkend auf Druck- und Wundstellen auswirken und Risse und Löcher sind schneller gegeben, als wenn die Kleidung passt.

2.Radler-Hosen und Unterhemden

Elastisch sollten sie sein und aus der Ecke der Funktionswäsche kommen: Die Radlerhose kann durch ihre Atmungsaktivität die Feuchtigkeit absorbieren und hält den Bereich zwischen den Schenkeln trocken. Durch die, je nach Modell, kaum bis nicht vorhandenen Nähte im Schritt, wird eine Reibung verhindert, wie zum Beispiel bei unserer Radhose Aero. Besonders schön ist hier die Möglichkeit im Falle einer Erkrankung an Diabetes, dass manche Radlerhosen eine kleine Schlüsseltasche besitzen, in oder an der in gegebenen Fällen auch eine Insulinpumpe angebracht und verstaut werden kann. Die Radhosen sollten aus elastischem Material sein, das sich der Körperform perfekt anpasst. So sind alle Hautpartien geschützt.Zudem sollte die Radlerhose sauber sein und regelmäßig gewaschen werden, um Bakterien in der Hose vorzubeugen.

Das gleiche gilt für die Pflege unserer Arme, speziell für die Hautpartien unter den Achseln und an den Oberarmen. Im Sommer kann luftige und leichte Kleidung dabei helfen, die Schweißbildung einzudämmen und somit klebende Reibung zu mildern, sollte dies auf Grund sehr hoher Schweißbildung nicht möglich sein, können (Sport-)Unterhemden wie unsere ½-Arm-Modelle ein Schritt in die wundfreie Richtung sein. Auch können Funktions-Shirts als Unterhemdenersatz dienen und bei starkem Schweißaufkommen an Bauch, Brust und Rücken sind leicht angeraute, weiche Muskelshirts sehr gut zu Jeans und unter Hemden zu tragen.

3.Lange Unterhosen/Strumpfhosen

Wer keine Radlerhosen mag, dem kann vielleicht mit langen Unterhosen geholfen werden. Hier sollte, ähnlich wie bei Radhosen, auf die Platzierung der Nähte sowie auf die Textur des Kleidungsstückes geachtet werden. Polyester und Viskose eignen sich zur Vermeidung von Wundstellen zwar sehr gut, diese Stoffe sind aber nicht gerade für ihre Luftdurchlässigkeit bekannt: Es kann also sehr heiß werden. Baumwollhosen sind luftdurchlässiger und für modische Trendsetter bieten Meggings (Männer-Leggings) und Strumpfhosen für Männer vielleicht auch eine Alternative zum wunden Oberschenkel.

Flicken

Beim Flicken spielt das Material eine große Rolle. Bildquelle: ©iStock.com/kvkirillov

4.Hosen und Hemden richtig flicken

Viele Menschen – egal ob mit oder ohne ein paar Kilo zu viel – kennen das Problem: Die Hose ist an den Oberschenkeln durchgescheuert oder das Hemd unter den Achseln aufgerissen und jetzt reibt Haut auf Haut. Um dies zu vermeiden, gibt es ein paar kleine Tricks, die schnell und mit ein wenig Handarbeit gut umsetzbar sind und der Hose oder dem Hemd im Voraus Stabilität verleihen und Wundscheuern vorbeugen:

  1. Vlies- und Bügelflicken
  2. Zwickel

Wichtig ist, dass alle Einsätze großflächig angebracht werden, also wie eine zweite Hose in der Hose oder wie ein zusätzlicher Ärmel und Flicken von Innen eingenäht werden. Das Vlies bietet, je nach Dicke, eine hilfreiche Verstärkung der Innenseiten. Hierbei muss beachtet werden, dass der dicke Stoff das Nähen an der Maschine erschweren kann. Deshalb sollte hier darauf geachtet werden, keine Falten in den Flicken und das Kleidungsstück zu nähen. Der Stoff muss immer glatt und plan auf dem Nähpult der Maschine aufliegen.

Bügelflicken sollten immer zusätzlich mit feinen Stichen am Rand angenäht werden, da sie sonst meistens nicht allzu lang halten, weil die Körperwärme den Flicken lösen kann. Durch einen Zwickel, also ein Stoffstück, das in eine Naht eingesetzt wird, um mit Hilfe weiter Schnitte und elastischer Stoffe Bewegungsfreiheit und Tragekomfort zu gewährleisten, kann der Reibung vorgebeugt werden. Zudem kann durch den Einsatz von Zwickeln die Passform verbessert werden, die Schenkel- und Unterarminnenseiten und den Schritt betreffend. Bekannt dürften den meisten die Zwickel vor allem als Innenfutter von Badehosen sein. Eine allgemeine Anleitung für das Einnähen von Flicken erhalten Sie hier.

5.Cremes

Die wohl gängigste Art und Weise lästigen Wundstellen vorzubeugen oder etwas gegen bereits aufgeriebene Hautstellen zu unternehmen, ist das großflächige Auftragen von Cremes und Salben. Auch bereits in Deutschland erhältliche „Anti-Chafing-Cremes“ aus den USA versprechen Übergewichtigen, Sportlern und Menschen mit sogenannten Schleifschenkeln Abhilfe. Die meisten Anti-Chafing-Cremes sind von der Konsistenz her etwas fester als herkömmliche Cremes und in Form von Sticks oder in der Tube zu kaufen.

Puder

Auch Puder kann gegen Wundstellen helfen. Bildquelle: ©iStock.com/gvictoria

6.Puder

Auch Babypuder gilt als wirksame Hilfsmaßnahme, dem Aufscheuern von Oberschenkeln vorzubeugen. Das Problem hierbei ist, dass gerade bei übermäßiger Hitze wie im Sommer, Puder in Kombination mit Schweiß und Reibung verklumpen kann und somit seine Wirksamkeit verliert. Um dies zu verhindern, kann ein Wegwerf-Reinigungstuch wie z.B. Kleenex helfen. Die betreffenden Stellen vorbeugend mit Babypuder pudern, dann ein Papiertuch darüber und anschließend mit einer Mullbinde, einem Bandelette, einer abgeschnittenen Strumpfhose oder ähnlichem fixieren. Kommt man jetzt ins Schwitzen, saugt das Tuch die Feuchtigkeit auf und transportiert sie über die luftdurchlässige Sport-Radlerhose wieder hinaus, so dass alles trocken bleibt und das Puder nicht verklumpt.

7.Gel- und Hautschutzmittel

Sticks, Schaumpräparte und Gele gelten mittlerweile nicht mehr nur im (Ausdauer-)Sport als Schutz vor Reibung und Wundscheuern, Blasenbildung und rissiger, trockener Haut, sondern sind in den Sommermonaten steter Begleiter von Menschen mit Schleifschenkeln. Aufgetragen werden Schaum, Gel oder der Schmierfilm aus dem Stick vor der Aktivität. Wichtig ist bei der Wahl des Produktes, dass es wasser-, schweiß- und abriebfest ist und die betreffende Stelle vor dem Auftrag sauber und trocken ist.

Gerade bei längeren Aktivitäten, wie beim Schwimmen oder Schnorcheln, sollte der Auftrag hin und wieder erneuert werden. Zudem kann durch die richtig sitzende und auf die Tätigkeit abgestimmte Bademode bereits einer Entzündung durch Reibung und Druck vorgebeugt werden. Praktisch hierbei ist, dass fast alle Produkte bequem in einen Rucksack oder auch in eine Jackentasche passen. Für wunde Füße eignen sich Schaum und Gele besonders gut, da der Auftrag unkomplizierter erfolgen kann als mit einem Stick. In den Regionen unter den Achseln, zwischen den Fußzehen, im Schritt oder an den Brustwarzen kann die Creme aus dem Stick schnell und unkompliziert platziert werden.

Strandurlaub

Gel- und Hautschutzmittel können bei längeren Aktivitäten helfen, Druck- und Wundstellen vorzubeugen. Bildquelle:©iStock.com/romkaz

8.Anti-Blasen-Sticks

Um Reibung und Scheuern zu reduzieren, bietet sich auch die Variante der Anti-Blasen-Sticks an. Diese sollen nicht nur für die Minderung der Blasenbildung an den Füßen helfen, sondern können auch der Reibung zwischen den Schenkeln, an der Brust und unter den Achseln helfen. Silikonprodukte halten sich auf Grund ihres Silikonfilms, den sie auf der Haut hinterlassen, länger als Puderprodukte. Das Praktische ist, dass die Sticks und Gels unsichtbar sind, so dass auch spontane Spaziergänge am Strand problemlos ohne Beschwerden möglich sind. Einfach vor dem Spazieren gehen, zum Beispiel in einem Schwung mit dem Eincremen mit Sonnencreme, auf die betroffene Stelle auftragen und dem Schlendern in den Sonnenuntergang steht nichts mehr im Weg.

Schon zu spät?

Sind bereits Wundstellen vorhanden hilft nur eines: Die betroffenen Stellen mit warmem Wasser reinigen und eine geeignete Salbe aus der Apotheke wie zum Beispiel Bepanthen auftragen. Die wunde Hautpartie sollte genügend Luft bekommen, damit die Irritation schnell abklingen kann. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die wunde Stelle zu einer offenen, nässenden Wunde wird. Diese müssen unbedingt mit einem Pflaster bedeckt werden, damit keine Keime in die Haut eindringen können! (Quelle)